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 Symbolforschung, neue Theorien

Vom Planeten Venus zum Symbol „Venus“

 

Im Altertum war Venus so heiß und ihre Helligkeit so groß, "dass allein durch ihre Strahlen wie bei keinem andern Stern Schatten entstehen." (Plinius d. Ältere, 1.Jh. n.Chr.). Dies trifft heute nicht mehr zu, weil sie inzwischen abgekühlt ist.
In der Neuzeit wollte man den antiken Berichten nicht glauben, sondern hielt Venus für ähnlich beschaffen wie die Erde.
In der Mitte des 20. Jhs. vertrat Immanuel Velikovsky dagegen, Venus sei im Zuge einer katastrophischen Umwälzung unseres Planetensystems entstanden, sei also ein Neuankömmling und dementsprechend noch sehr heiß. Auf  dieser Grundlage traf  er astrophysikalische Voraussagen, die von den sowjetischen Sonden der 60er Jahre des 20. Jh. bestätigt wurden. Als sie erste Daten von der Venus lieferten, waren die Wissenschaftler geschockt.
Ein glühend heißer Planet, umgeben von einer dichten Atmosphäre aus Kohlenwasserstoff, passte nicht (und passt bis heute nicht) ins astrophysikalische Weltbild. Statt dieses aber den neuen Fakten anzupassen, erklärte Carl Sagan 1974 die damals gemessene Temperatur von 500 Grad mit einem „Galopping Greenhouse Effect“, der seitdem als „Treibhauseffekt“ auch für irdische Phänomene herhalten muss.
Die Treibhaus-These ist zwar umstritten, doch an Venus als „Zwillingsplanet“ der Erde wird  festgehalten, ihre Hitze darf nicht aus ihrem eigenen Innern kommen.

 

http://grazian-archive.com/quantavolution/Velikovsky_DE/Anhang1.html
http://mutantenstadl.de/archives/201-Immanuel-Velikovsky.html
www.klimaskeptiker.info/treibhausvenus.html

 

Bevor Venus ein Planet wurde, war sie ein feurig beschweifter Himmelskörper, der Chaos im Planetensystem verursachte, und beim Vorbeizug an der Erde heftige Naturkatastrophen auslöste. Dies ereignete sich nicht vor Jahrmillionen, sondern in jener historischen Zeit, die unsere Lehrbücher als „Altertum“ bezeichnen.
Die Erfahrungen von Schrecken und Zerstörung durch Planetengötter verarbeiteten die Menschen in Kulten und Ritualen.
Diese veränderten sich, so erzählen die Mythen der Welt, als ein heroischer männlicher Gott (ein anderer Himmelskörper) die weibliche Gottheit besiegte, indem er ihren feurigen Drachen zerschlug. Übrig blieb der auf die Ekliptik gebannte, strahlend schöne Planet Venus auf seiner heutigen Umlaufbahn.

 

Wenn dieser Übergang von einem katastrophischen Himmel zur heutigen Himmelsordnung erst in der „geschichtlichen Zeit“ des Menschen passierte, müssen viele unserer Vorstellungen über die Entstehung und Entwicklung von Wissenschaft, Religion, Kultur und Wirtschaft grundlegend neu überdacht werden. Sie sind Reaktionen auf Veränderungen, bei denen Venus eine Schlüsselrolle hat. 

 

Eine neue Himmelsordnung war entstanden, der neue Götterbilder folgten: ein männliches und ein weibliches. Die einst gefürchtete, kriegerische Himmelskönigin Venus wurde zur verehrten Allgöttin und Magna Mater;  sie war die Matrix der Wandlung: Leben und Tod, Licht und Dunkel, Heil und Untergang, Segen und Schrecken, Krieg und Kulturblüte - alles kam aus ihrem Schoß.
Wo sich männliche Götter- und Erlöservorstellungen durchsetzten, blieb Venus als „Liebesgöttin“, die Magna Mater als "Gottesgebärerin" erhalten.

 

Aus den Erfahrungen ging ein neues Welt- und Menschenbild und Symbolbildung hervor.
Die bestehende Symbolik transportiert jene gegensätzlichen Erregungen, die einst den Planetengottheiten, insbesondere der Venus, galten.
"Venus" wurde in allen Kulturen ein Symbol für das Spannungsfeld, in dem sich menschliches Bewusstsein bewegt.
 Seitdem sorgt sich der Mensch um das Gedeihen der Kulturgüter und die Stabilität des Himmels. Während einst versucht wurde, die Himmels“götter“ durch Opferrituale friedlich zu stimmen und durch magische Rituale in den Bann zu schlagen, wird nun die Berechenbarkeit des Himmels, seine Dauerhaftigkeit und Stabilität beschworen.
Wissenschafts- und Religions-Geschichte spiegeln den Konflikt des Menschen:  einerseits seine Abhängigkeit von einer größeren Kraft oder Macht anzuerkennen, andererseits der Versuch, diese zu durchschauen, zu kontrollieren und ihr zu entkommen.

 

Zugleich zeigen sie das Bedürfnis des Menschen,

  • sich unter einem neuen Himmel zu orientieren;
  • sich sicher zu fühlen, in dem Bewusstsein, dass nichts sicher ist,
  • und dies Wissen zu verdrängen - stets von der Angst getrieben, das Wichtigste im Leben zu verpassen.

 

Kontrollbedürfnis, Verdrängung und Angst führen bis heute dazu, dass nach starken rettenden Helden – nun aber irdischen, manchmal „außerirdischen“ – gerufen wird, wenn die Lage brenzlig wird. 

 

Gleichzeitig entwickelten sich jedoch spirituelle Traditionen, die uns in die Lage versetzen, den Konflikt anders wahrzunehmen:
als die einzigartige Chance und Herausforderung, Mensch-Sein im besten Sinne zu verwirklichen, indem wir uns die Konflikte bewusst machen, die Angst überwinden und dem schöpferischen Lebensprinzip dienen.

 

Das Verständnis der Symbolik erhellt eine geistige Entwicklung, deren Gewissheit darin besteht, dass wir alle Teil einer großen Einheit sind, dass alle Wege ins Zentrum führen und nicht an die Spitze.

 

Diese Erkenntnis wird jedoch von den heutigen Religionen nicht umgesetzt in eine dem Leben dienende Zusammenarbeit, weil sie ihre wahre Entstehungsgeschichte verleugnet und verfälscht haben.
Eine heilvolle Zukunft wird es für die Religionen der Welt nur geben, wenn sie sich zurück besinnen auf ihre gemeinsamen Wurzeln und sämtliche Absolutheits- und Weltmachtansprüche, so wie heilsgeschichtlichen Dogmen, ablegen.
Solange der Kampf außen stattfindet, kann der innere nicht gewonnen werden. Wer die äußere Welt beherrschen will, verliert den Drachenschatz und das Königreich.

 

Das „Symbol Venus“ weist damit letztlich den Weg zur Überwindung der existentiellen Angst des Einzelnen  durch die Liebe, die alles verbindet - angesichts der kurzen Zeit zwischen Geburt und Tod, unter einem Himmel, der niemals sicher ist.

 

Symbolforschung, neue Theorien