Dabei handelt es sich um die Eingangshalle zum Siemens-Verwaltungsgebäude am Nonnendamm, welches heute nicht öffentlich zugänglich ist. Es wurde nach Plänen von Erich Blume zwischen September 1910 bis Ende1913 durch Karl Janisch (1870-1946) gebaut.
Die Eingangshalle ist von außen ein tempelartiger Vorbau mit dreieckigem Dach und rundem Mittelfenster, und war innen ursprünglich nach dem Vorbild byzantinischer Kuppelkirchen gestaltet. Sie diente als Empfangs- und Veranstaltungshalle für wichtige Anlässe, daher die Bezeichnung „Ehrenhalle“.
Im Jahr 1913 schuf der Hamburger Maler und Grafiker César Klein (1876-1954) hierfür einen farbigen Mosaikfußboden. Beim Betreten scheint sich das Mosaik wie ein ausgerollter Teppich quer durch die Halle zu ziehen und zeigt am Ein- und Ausgang jeweils ein in besonderer Weise grafisch gestaltetes Pentagramm; in den Räumen rechts und links davon entfalten sich florale Gebilde, in einem weiteren Umgang zeigt das Mosaik Erfindungen der Firma Siemens.
Es gibt kaum Abbildungen davon; das hier gezeigte Foto eines solchen Pentagramms befindet sich im Privatbesitz der Autorin.
Obwohl das Gebäude von 1943 bis 1945 schwer kriegsbeschädigt wurde und die Ehrenhalle ausbrannte, blieb der große Mosaikfußboden erhalten. Die Ehrenhalle selbst wurde 1973-76 wieder hergestellt, doch das einstige Kuppelgewölbe wurde abgerissen.
Es gibt nur wenige Fotos von der Halle in ihrem Vorkriegs-Zustand. Einige alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Siemensarchiv in München findet man in dem Buch „Die Siemensstadt“ von Wolfgang Schäche und Wolfgang Ribbe (Berlin 1985).
Von den Entwürfen, die Cesar Klein für das Mosaik machte, sind nur noch wenige im Nachlass erhalten. Zwei dieser Entwürfe sind abgebildet in einem Buch von Rudolf Pfefferkorn über Cesar Klein (Berlin 1962, S. 96 u. 97).
Da diese beiden Abbildungen aber nicht dem heutigen Mosaik entsprechen, muss angenommen werden, dass die Entwürfe bereits vor oder während der Fertigstellung des Fußbodens geändert wurden. Warum dies geschah und wer den Auftrag dazu gab, ist bisher nicht bekannt. Eine entsprechende Anfrage an das Siemens-Archiv blieb unbeantwortet.