Der Brunnen

Es reicht nicht, hinein zu springen und der Tiefe zu begegnen.
Es kommt auf unsere Absichten an und auf die Bereitschaft, ihr zu dienen.
Das ist die Geschichte von Goldmarie und Pechmarie – oder Frau Holle.
Joseph - Schönheit und Schrecken
Im 1. Buch Mose wird die Geschichte von Joseph erzählt, dem Liebling seines Vaters Jakob, den seine eifersüchtigen Brüder in einen Brunnen hinab werfen, dann nach Ägypten verkaufen, wo er aufsteigt zum Hausverwalter des Wesir des Pharao.
Dort 'fällt' er nochmals, durch die Frau des Wesirs, wegen seiner Schönheit und Keuschheit. Er kommt ins Gefängnis, deutet Träume und der Pharao erhebt ihn zum Verwalter seines Reiches.
Joseph bedeutet „Gott möge vermehren“, „Gott fügt hinzu“ – die guten und die schlechten Zeiten, die das Herz läutern und die es dann zu meistern versteht. Das alles hat mit Historie nichts zu tun. Es ist eine Jahrhunderte lang in Worten gemalte Erzählung über die Reinheit des Herzens, auf dessen Grund wir fallen müssen um Schönheit, Weisheit und Reichtum unseres Lebens zu finden.
Als man Joseph hinab warf, fiel er auf den Hals eines Löwen, der sich bereits auf dem Grunde des Brunnens befand; unten im Brunnen war ein Loch, durch welches ihn eine Schlange versorgte und die Vögel fraßen von seinem Kopf.

Hier flankiert von Löwen, Vögeln und siebenarmigen Leuchtern.
Aus der Mitte des Brunnens ragt der Weltenpfahl als die Säule des Himmels,
um die sich hier keine Schlange windet, sondern die selbst vielfach spiralig gewunden ist.
Darüber, am Pol, befindet sich das ewige Licht.
Der Thoraschrein ist hebräisch Arōn ha-Qodesch = „der heilige Schrein“.
Das war die tragbare heilige Lade (semitisch arōn) und diese ein leerer Kasten.
Die Lade arōn verkörperte in den alten Stammeskulten den kosmischen RAUM.
Dieser RAUM ist das ´Haus` der Gottheit, denn sie wohnt darin
und er ist der ´Leib` der Gottheit, denn er bildet ihre ´Gestalt`.
In ihm geschieht das zyklische Sterben und Wiedergeborenwerden allen Lebens
aus dem Mutterleib der Natur.
Deshalb stellte die antike Göttinnenreligion den heiligen, kosmischen Raum
direkt als den Leib der Gottheit dar.

Tatsächlich zeigt sie den Brunnen selbst - die Gottheit, aus der alles Leben kommt.
Über die Schulter des Stiers erfolgt der Aufstieg zum Pol,
zum ewigen Licht, dem „sehenden Herz“ der Gottheit.
Dort wird das Lebensfeuer gequirlt durch fortwährende Drehung,
welche hier durch linksläufige Swastiken dargestellt ist.
welches als der „heilige Fisch“ Ixthys aus der Wasserhälfte des Himmels
jährlich neu geboren wird in einem ständigen Kreislauf.
Für die Gottheit ist Oben und Unten eins
Der Brunnen ist Höhe und Höhle
Außen und Innen.
Die Höhle ist das Herz des Dieners, in dem hintereinander mehrere Höhlen sind.
Aus dem Gefäß des Glaubens fließt der Segen stetig nach außen.
...
Meine Geliebten bereichere ich mit einem uralten Getränk.
Sein Geschmack ist süß wie die Quelle des Paradieses.
Wer davon kostet, ertrinkt in der Liebe.“
die in ihrem Herzen ein Zikru erdachte
und so erstaunliche Dinge vollbrachte.
und ein solches Herz
wird wiederum Liebe und Güte für die ganze Menschheit ausstrahlen.
Ein solcher Mensch wird danach streben, Gutes zu tun,
sei es für die Menschen oder die Bewahrung der Erde.“