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Das erste und älteste Thema meiner Collagen ist die aktive und passive Selbst­unter­werfung der Frau. Dabei interessieren mich die Rituale und Verhaltens­muster, die Frauen und Männer mitmachen oder selbst initiieren, um sodann darunter zu leiden.
Wir geraten dabei in Zustände, in denen wir ´Opfer` und ´Täter` aus uns machen. Das ist sowohl tragisch wie absurd und nicht ohne Humor zu ertragen.
 
Durch den bildnerischen Prozess der Collage lassen sich solche Muster und Zustände darstellen und verarbeiten; es lässt sich zeigen, was für lebendige Frauen – und damit ebenso für Männer - im Alltag daraus wird. 
Zugleich versuche ich mittels der Collage, jenes Erregungs­potential aufzuspüren, welches verborgen hinter Norma­litäten und vorder­gründigen Selbstverständ­lich­­keiten auf uns wartet.
Dabei ergeben sich immer wieder unerwartete Verbindungen und Bedeutungen, die auf symbolische Zusammenhänge verweisen.
 
Woher stammen diese ?
Die Spur führt über den Umgang mit Körperlichkeit, Sexualität und Sinnlichkeit geradewegs in die Wissenschaften und die Religionen und von dort in Mythologie und Geschichte.
Sie alle haben ein höchst ambivalentes Frauenbild geprägt – sowohl im Dienst von Bedürfniserfüllung als auch der Abwehr vermeintlicher Bedrohungen, zu denen in besonderer Weise das Weibliche zählt, sei es ´lockend`, ´schwach` oder ´stark`.
 
So wurde im Verhältnis der Geschlechter ´das Weibliche` von einer bedrohlichen zu einer bedrohten Art.
 
 
umwickelt, enthüllt und eingesperrt
gebunden, geschunden, die füße verzerrt
gefürchtet, verbrannt und höchlist verehrt
von geschmeide schwer versenkt ins meer.
 
gleichgestellt und auf sockel gehoben
gender-gequotet und marktgerecht benotet
erotisch beschrieben und steril betrieben
 
rot gelistet, mit schutzzoll versorgt
und für den nachwuchs ausgeborgt.